Dienstag, 7. September 2010

Illustrationen

Mal ein paar Fotos nicht nur, aber vor allem für die Eva ;)



Im Wald- und Seengebiet an unserer Ferienhütte



Unterwegs in Stockholm




AF Chapman in Stockholm




Der Hauptstadt schönster Ort




Heute war ich in Gamla Uppsala, also der "Altstadt" von Uppsala, wenn man so will. Dort steht die alte Kirche von Uppsala sowie ein paar Hügelgräber, unter denen je nach Auffassung entweder Frauen von Königen, alte Schwedenkönige selbst oder sogar diverse Götter begraben liegen sollen.
Weil die alte Kirche m 13. Jahrhundert abbrannte, wurde die Stadt aus praktischen Gründen gleich zu ihrem Hafen verlegt, der sich ungefähr 5 Kilometer weit weg da befindet, wo Uppsala heute auch liegt.



Montag, 6. September 2010

Unterwegs in mysteriöser Mission

Schwedisches Wort der Woche:

krawallpolis = Einsatzkommando der Polizei - passender gehts wohl kaum^^

In dieser Woche hätte ich das erste mal Uni gehabt - die Betonung liegt auf hätte, denn intelligenterweise habe ich meinen ersten Kurs direkt mal verpennt. Der ging nämlich um 8 Uhr los und ich habe allen Ernstes vergessen mir den Wecker zu stellen.
Ich habe hier generell so wenig zu tun, dass ich gar nicht weiß, was ich mit meiner Zeit alles anfangen soll, dabei belege ich vier Kurse und somit ein Vollzeitstudium. Davon ist einer allerdings ein Distanzkurs, den ich zuhause am Laptop erledigen kann, ich bin sehr gespannt, wie das wohl wird.

Auf einer Begrüßungsveranstaltung vom Institut für nordische Sprachen wurden wir sogar noch gewarnt, uns zuviel Arbeit aufzuhalsen - das kann mir eigentich nicht mehr passieren, nicht nach den letzten vier Semestern. Hach, ist das traumhaft hier!

Und ich habe mich für eine Nation entschieden und bin jetzt eine Östgöta. Zugegeben, diese Schafsache war verlockend, klang aber doch etwas einseitig.

So kam es also, dass ich am Freitag zum ersten Mal meine Nation besuchte.
Die ist recht aktiv und veranstaltet jedes Wochenende etwas, dass sich "Klubb" nennt.
Irgendein Witzbold hatte mir erzählt, dass dieses Mal eine Veranstaltung namens "Underground" an der Reihe war, bei der Rock und Indie gespielt werden sollten. Ich war da ja sogleich skeptisch, es wäre zumindest das erste mal gewesen, dass nicht Dance oder Elektropop auf der Tagesordnung gestanden wäre, machte mich aber trotzdem auf den Weg.

Am Gebäude der Nation angekommen - sehr imponierendes gelbes Ding mit weißen Säulen - erwarteten mich denn auch schon völlig enthemmte und laut grölende Schweden.

Es war zwar definitiv weder Indie noch Rock, was da aus den Boxen kam, aber die Schweden spackten darauf so dermaßen ab, dass ich allein am Zuschauen meine helle Freude hatte.

Nach einer Rum-Cola kamen dann auch mit einem Mal sämtliche vergessen geglaubte Schwedischkenntnisse zurück und ich war in der Lage, Gespräche zu führen, ohne peinlich minutenlang nach einem Wort zu suchen.

So konnte ich dann auch endlich ein großes Mysterium klären, das mich schon die ganze Woche beschäftigte - ständig laufen mir hier Gruppen von verkleideten und meist alkoholisierten Schweden über den Weg. Auch an diesem Abend war der Großteil der Anwesenden kostümiert.

Als ich also neben einem Studenten mit Rastamütze an der Bar anstand, sah ich meine Chance gekommen und fragte nach.

Die Erklärung sei ganz einfach, versicherte mir Rasta-Pete - die meisten Studiengänge hatten ebenfalls eine Einführungswoche, nur ungleich spannender und besser organisiert als unsere eigene. Dabei verkleiden sich alle zu einem bestimmmten Thema - die Krankenschwestern werden mal Krankenschwestern, die mit OP-Haube Mediziner und so weiter.

Klang logisch, was aber werden dann mal die Hippies? Sozialpädagogen?
Und die Rastafarians wohl Drogenfahnder...


Und so befinde ich mich nun nach dieser Enthüllung auf der Suche nach meinem nächsten Quest, zur Auswahl gäbe es schon einiges: Wie finde ich nach 17 Uhr einen Parkplatz, wieso regnet es nie, wenn ich meine Regenjacke anhabe, wie ignoriert man am besten diverse verstörende Vorstellungen, wie beschaffe ich mir meine Dosis Captain Morgan, wo der doch umgerechnet über 20 euro kostet, wie können die Studenten hier nur trotz so hoher Alkoholpreise ständig so voll sein...

Meine Damen und Herren, falls ich etwas in Erfahrung bringen sollte, werde ich es Ihnen sofort mitteilen!

Herzlichst,
Ihre KaosK^^

Dienstag, 31. August 2010

Ja, sie lebt noch...

In der Tat, es ist ne Weile her, seit ich ein Lebenszeichen von mir gegeben habe - inmitten von Wäldern, Wölfen und einem Kofferraum (naja, Rückbank) voller billigem deutschen Bier mitten im schwedischen Wald vergisst man schonmal Zeit und Raum.

Nach einem sehr entspannten Urlaub in Värmland bin ich zwar mittlerweile in Uppsala angekommen, aber viel verändert hat sich eigentlich nicht. Man muss zum Einkaufen zwar nicht mehr 30 km weit fahren, aber davon, dass Uppsala die viertgrößte Stadt Schwedens sein soll, merkt man nicht viel - kein Wunder, toppt sie von der Einwohnerzahl gerade einmal Erlangen.

Macht nichts, die Stadt liegt voller schnuckeliger alter Häuser zwischen Dom und Schloss an einem Fluss, die weniger schnuckeligen Studentensilos nach Norden ausgelagert - zumindest meins.

Ich war ziemlich überascht, als ich um 6 Uhr morgens völlig übermüdet den Schlüssel herumdrehte und in etwas hineinstieg, das man gemeinhin als Diele, mit etwas Wohlwollen aber auch als begehbaren Kleiderschrank bezeichnen kann.

Für ein Studentenwohnheim ist mein Zimmer geradezu riesig - und was noch schöner ist, mit eigenem Bad. Dafür ist die Küche so mies ausgestattet, dass erstmal eine Fahrt zur IKEA anstand - aber wer will denn kleinlich sein.

Zusammen mit Basti habe ich die Woche daher vor allem damit verbracht, aus organisatorischen Gründen die ganze Stadt zu durchlaufen, so exzessiv Karten zu lesen, dass mir der Stadplan von Uppsala auf ewig ins Hirn eingebrannt ist, ab und an zu verzweifeln, die angebliche schwedische bürokratische Effizienz zu vermissen, mich außerdem an die astronomischen Alkoholpreise zu aklimatisieren und mir dabei nicht wie nach zwei Jahren Schwedischunterricht, sondern nach einem einstündigen Crashkurs von einem betrunkenen Bären vorzukommen.

Uppsala wirkt wie eine typische Studentenstadt und entspricht dem auch, zumindest für schwedische Verhältnisse. Ein Unterschied springt einem aber sofort und ständig ins Auge, wann immer man auch mit studentischen Themen in Berührung kommt:
Das studentische Leben, also Parties, Essen, Studentenkneipen und dergleichen wird hier nicht nach Außen gegeben, sondern von einem unieigenen und auch weitgehend einzigartigen System organisiert - den sogenannten Nationen.
Die sind nach alten schwedischen Provinzen benannt, und ähnlich wie bei uns dem Studentenwerk muss man sich hier eine aussuchen und dort einen gewissen Beitrag zahlen. Man bekommt dabei aber weit mehr als nur billiges Mensaessen - jede Nation hat ihr eigenes Haus, meistens altehrwürdige Gebäude, in denen die Mitglieder ein zweites Zuhause finden sollen. Dort gibt es ein Cafe, einen Pub, manche haben Sportvereine und veranstalten alles vom berühmten schwedischen Fika (nein, nicht was ihr denkt - man trinkt dabei viel Kaffee, aber das allein beschreibt es nur ungenügend) über Spieleabende bis hin zu Dinnerparties und Diskoabenden.

Bei der Betrachtung von letzterem wurde mir denn auch gleich etwas blümerant:
Wenn ich mir deren Programm so ansehe, scheinen das musikalisch harte Monate zu werden - die Studenten hier scheinen ziemlich auf Dance, House und andere ominöse angebliche Musikrichtungen zu stehen, mit denen ich leider gar nichts anfangen kann.
Wo bleibt der berühmte schwedische Metal? Ach ja - die sind gar nicht erst studieren gegangen, sondern haben nach dem Musikgymnasium direkt eine Band gegründet, Erfolg gehabt und genießen nun anderswo moderatere Bierpreise^^

Heute ist mit dem Basti mein letzter deutscher Stützpunkt abgeflogen und ich bin nun auf mich allein gestellt - womit ich prinzipiell kein Problem habe, aber an dieser Stelle möchte ich ganz untrue meinen Freund grüßen und ihm sagen, dass ich ihn jetzt schon vermisse [/KitschOff]
Bleibt mir noch abschließend die Entscheidung, welcher Nation ich mich denn nun anschließe - Stockholm fällt auf jeden Fall raus, denn da bisher noch kein Bafög eingetroffen ist, kann ich deren Wahlspruch „Money never sleeps“ wohl nicht gerecht werden (eigentlich kann ich das auch mit Bafög nicht^^). Bleiben nur noch 12 übrig, die sich alle nur in Kleinigkeiten zu unterscheiden scheinen - Värmland, Östgöta, Västgöta, Småland...

Oder doch lieber Gotland, wo getreu dem Slogan („Where you get your sheep thrills“) einmal im Herbst Lammsköpfe serviert werden?
Wir werden sehen...